BUHL-Niederlassungsleiter Markus Gremminger (l.) bei den Vorbereitungen eines „Drifttauchganges“ vor Ägypten. Das Boot wird dabei nur minimal langsamer und die Taucher springen vom fahrenden Boot, meist in der Nähe von Riffen, an denen Landeinwärts-Strömung herrscht. Durch die hohe Geschwindigkeit wird verhindert, dass das Boot auf das Riff getrieben wird.

Ein Job mit Tiefgang – Niederlassungsleiter bei BUHL

Markus Gremminger (45) ist eigentlich gelernter Koch. Nach einigen Stationen in verantwortungsvollen Positionen in der gehobenen Gastronomie und Hotellerie, begann er vor 7 Jahren bei BUHL als Personaldisponent. Er wurde schon bald darauf zum Fachbereichsleiter Küche befördert und ist heute als Niederlassungsleiter für den BUHL-Standort in Reutlingen verantwortlich.

Im Interview erzählt er von seiner Leidenschaft, dem Tauchen, und wie sich diese Leidenschaft mit seinem Beruf bei BUHL vereinbaren lässt.

Herr Gremminger: Leiter unserer Niederlassung Reutlingen mit einem anstrengenden, bisweilen sehr hektischen Arbeitsalltag und das ruhige, entspannte Tauchen. Wie passt das zusammen?

Da der Alltag in einer Niederlassung mit all der Verantwortung für unsere Kunden und Mitarbeiter auch uns immer wieder an unsere Grenzen bringt und wir tagtäglich mit allen modernen Kommunikationsmitteln über Stunden hinweg arbeiten, passt Tauchen als Ausgleich super.

Beim Tauchen findet man, sobald das Wasser sich über dem Kopf schließt, die absolute Ruhe. In Gewässern ohne größeren Schiffsverkehr herrscht um einen herum Stille und man hat Zeit, auch mal in sich hinein zu hören und sich auf sich selbst zu konzentrieren. Kein Telefon, kein Fax, kein Internet. Nur Fische die einen anschauen, wenn überhaupt …

Wie sind Sie zu Ihrem Hobby Tauchen gekommen?

Ich war schon immer vom Meer und seinen Bewohnern fasziniert. Zu Anfang fanden meine Beobachtungen immer noch „schnorchelnd“ statt. Irgendwann festigte sich dann der Wunsch, auch mal etwas länger und tiefer die Flora und Fauna unter Wasser beobachten zu können, so war der nächste logische Schritt das Tauchen. So kam dann ein Kurs nach dem anderen und machte aus dem Urlaubsvergnügen eine Passion, die man auch in Deutschland das ganze Jahr über durchführen kann.

Tauchvorbereitungen: Vor dem Tauchgang wird der Atemregler getestet, danach an Bord des Tauchschiffs alles zusammengebaut und nochmals getestet, da, wenn man erst mal unter Wasser ist, Probleme eher schwierig zu beheben sind. Danach folgt der Sprung in die Tiefe …

Was ist das Faszinierende am Tauchen?

Tauchen setzt einen enormen planerischen und technischen Aufwand voraus. Wenn die Planung jedoch abgeschlossen ist, alle Geräte angelegt sind und der Sprung ins Wasser erfolgt ist, öffnet sich eine völlig andere Welt, die so gar nichts mit der Welt über Wasser gemein hat: bunt, spannend, schwerelos. Aber genauso gefährlich und tödlich. Für den Mensch, wenn er Fehler macht, die Ausrüstung nicht richtig konfiguriert ist oder er schlecht ausgebildet ist. Für alle Tiere unter Wasser, die täglich ums Überleben kämpfen. Dies zu beobachten und Teil davon zu sein, ist immer wieder eine völlig neue Erfahrung. 71 Prozent der Oberfläche unseres Planeten ist mit Wasser bedeckt. Alles Leben begann im Meer. Sich hier frei bewegen zu können, ist ein bisschen wie zurück zu seinen Wurzeln zu kommen. Schlimm ist immer nur, wenn man beobachten kann, wie wir Menschen mit unserem Planeten umgehen. Die Verschmutzung nimmt radikal zu und in den Meeren ist dies mittlerweile bei jedem Tauchgang zu sehen. Die Menge an Plastik, die wir bei jedem Tauchgang einsammeln und mit zurück an Land bringen, wird immer größer … (Anmerkung der Redaktion: Herr Gremminger engagiert sich für die Meeresschutzorganisation „Sea Shepherds“ und ist dankbar, dass BUHL ihm auch immer wieder den nötigen Freiraum für Events und Kampagnen einräumt).

Nicht ganz ungefährlich: Markus Gremminger in derTiefe mit einem Hai (links), ein Gefleckter Adlerrochen vor der Küste des Sudan (Mitte). Niedlich: Ein reiner Vegetarier ist die Seekuh, hier vor Marsa Alam in Ägypten (rechts).

Was war Ihr bislang aufregendstes Taucherlebnis?

Die bislang zwei „aufregendsten“ Erfahrungen für mich waren der erste Tauchgang in über 100 Meter Tiefe – und „mein“ erster weißer Hai, dem ich vor Guadeloupe  ohne Käfig begegnet bin.
Das vielleicht schönste Erlebnis hatte ich in Ägypten, als ich eine Seekuh beim „Spielen“ mit einer Schule Delphine und dann noch mehr als 45 Minuten beim Grasen beobachten konnte. Tiere in freier Natur verhalten sich völlig anders als im Zoo.

Mit Muto und Ukele, zwei Massai in Kenia, die den Tauchern nach einer (Land-)Safari die schönsten Strandabschnitte zeigten.

Gibt es eigentlich Parallelen/Gemeinsamkeiten zwischen Ihrem Arbeitsalltag bei BUHL und Ihrem außergewöhnlichen Hobby?

Es gibt viele Gemeinsamkeiten: Die Teamarbeit, die genaue Planung und Durchführung, die Verantwortung. Tauchen ist fast immer ein Teamsport, man hat einen Partner dabei, auf den man sich verlassen können muss. Im Zweifel vertraut man ihm sein Leben an. Als Niederlassungsleiter trage ich ebenfalls eine große Verantwortung,  besonders für meine Mitarbeiter. Die Arbeit in der Niederlassung klappt wie beim Tauchen nur im Team und mit gründlicher Vorbereitung. Ohne meine Mitarbeiter kann ich meine Kunden nicht unterstützen, ohne genaue Planung funktioniert ein Einsatz nicht. Wir müssen uns auf einander verlassen können und wissen, dass der andere für uns einspringt, wenn einmal etwas nicht absolut reibungslos läuft.

Herr Gremminger, vielen Dank für das spannende Interview und die vielen tollen und beeindruckenden Bilder!

Markus Gremminger (r.) gemeinsam mit einem Schüler bei den Vorbereitungen zu einem Nachttauchgang (=Tauchen nach Sonnenuntergang).
Bunte Unterwasserwelt: leuchtende Seesterne (links), eine Wasserschildkröte (Mitte) und eine Pyjamaschnecke (r.)

⊂ JUHO ⊃